Zuchtanlage Michael Müller

züchtet:

Zwerg-Widder, Zwerg-Hamburger, Amsterdamer Kröpfer,
Pfautauben

 

 

Michael Müller, 1.Vorsitzender vom Kleintierzuchtverein Neuwirtshaus wurde 2011/12 mit seinen Zwergwiddern maderfarbig braun Deutscher Meister in Erfurt und Landesclubmeister in Villingen-Schwenningen.
Anlässlich der 30. Bundes-Kaninchenschau am 10. und 11. Dezember 2011 des Zentralverbandes Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter, an der Züchter aus ganz Deutschland 25 558 Tiere und Erzeugnisse ausstellten, hatte sich Michael Müller vom Kleintierzuchtverein Neuwirtshaus mit seinen Zwergwiddern beteiligt. Für die vier besten Kaninchen seiner ausgestellten Zwergwiddern notierte das Preisgericht am Ende insgesamt 384,5 Punkte, die den Deutschen Meistertitel bedeuteten.
Auch an der Landesclubschau, des Landesverband der Rassekaninchenzüchter Württemberg und Hohenzollern, am 07. und 08. Januar 2012 in Villingen-Schwenningen stellte Michael Müller seine Zwergwidder aus. Mit ingesamt 385 Punkten geland ihm mit seinen Zwergwiddern maderfarbig braun der Titelgewinn, Landesclubmeister.

 

Merkmale der Widderkaninchen
Gemeinsames Merkmal der Widderkaninchen sind die seitlich am Kopf herabhängenden Ohren. Ihren deutschen Namen haben die Widderkaninchen von der typischen gewölbten Form des Kopfes (Ramsnase), die im Profil der Kopfform eines männlichen Schafes gleicht. Durch den etwas heraufgezogen knorpeligen Ohrenansatz entsteht auf dem Kopf eine kleine Wulst, die sogenannte Krone. Die Ohren sollen mit der Öffnung nach innen frei herabhängend (Hufeisenbehang) getragen werden, eine Ausnahme macht hier der Englische Widder. Der Körper ist meist kurz und gedrungen, jedoch beim Englischen Widder lang und schlank. Junge Widderkaninchen haben zunächst Stehohren, erst im Laufe des Wachstums, ab der 4. – 6. Lebenswoche oder später kippen die Ohren um.
Widderkaninchen gelten insgesamt als ruhig und wenig schreckhaft. Sie werden somit eher zutraulich, weshalb die kleinen Formen öfter auch in der Wohnung gehalten werden.
Geschichte der Widderkaninchen
Hauskaninchen mit einem oder zwei herabhängenden Ohren sind schon seit mehreren hundert Jahren bekannt und auf historischen Abbildungen dargestellt. Darwin beschreibt 1858 halb- und ganz hängeohrige Kaninchen in seinem Werk „The variation of animals and plants under domestication“. Das Auftreten von Hängeohren als Domestikationsmerkmal ist auch von Hausschafen, Hausziegen, Hausschweinen und Haushunden bekannt. Verpaarungen von Tieren mit Hängeohren untereinander und entsprechende Auslese führten zur Reinerbigkeit dieses Merkmals. Nach Deutschland gelangten die ersten französischen Widderkaninchen wahrscheinlich nach dem Deutsch-Französischen Krieg, bei dem viele Soldaten die Kaninchenzucht in Frankreich kennen lernten. Nach anderen Angaben erfolgte die Einfuhr bereits 1869, kurz vor dem Deutsch-Französischen Krieg. Wie in der Anfangszeit der Kaninchenzucht häufig üblich, wurden den neuen Rassen „exotische“ Namen beigelegt, die ersten Widderkaninchen wurden auch als „Patagonisches“ oder „Andalusisches“ Kaninchen bezeichnet. Während man in Deutschland, wie auch in Frankreich, mehr auf die Wirtschaftlichkeit der Tiere Wert legte und aus den ursprünglichen das Deutsche Widderkaninchen herauszüchtete, entstand in England das Englische Widderkaninchen, bei dem das Zuchtziel auf geradezu grotesk lange und breite Ohren ausgelegt war. Sowohl der Französische (Deutsche) Widder wie auch der Englische Widder gehörten zu den ersten in Deutschland gezüchteten Kaninchenrassen und sind sehr häufig auf historischen Plakaten und Vereinsabzeichen zu sehen.
Später wurden weitere Widderrassen gezüchtet, so um 1900 der Meißner Widder, ein mittelgroßes Kaninchen mit gesilbertem Fell.
Die Kleinwidder wurden seit 1954 von Erhard Diener aus Bischmisheim bei Saarbrücken gezüchtet. Auf einer Ausstellung gezeigt wurden sie erstmals 1957. Die Aufnahme als Rasse in den Standard erfolgte 1968. Da die Anerkennung vom Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter mit dem in der DDR für den gemeinsamen Standard zuständigen Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter nicht abgesprochen war, galt diese Anerkennung nicht für die DDR. Hier zeigte Karl Becker aus Stadtlengsfeld, der auch die Rhönkaninchen gezüchtet hat, 1977 erstmals Deutsche Kleinwidder als Neuzüchtung. Die Anerkennung erfolgte 1980 mit den „Bewertungsbestimmungen für Rassekaninchen in sozialistischen Ländern“.
Widderzwerge wurden von Adrian de Cock aus Tilburg seit 1952 gezielt gezüchtet. Er verwendete für seine Versuche Farbenzwerge und Französische Widder. Durch Verwandtschaftszucht und Selektion, sowie Einkreuzen von madagaskarfarbigen Englischen Widdern und Farbenzwergen erzielte er in 12 jähriger Zucht die Widderzwerge, die 1964 das erste Mal in Den Bosch gezeigt und in den Niederlanden als Rasse anerkannt wurden. Im selben Jahr erfolgte die Einfuhr nach Deutschland, wo die Rasse durch die zeitgleiche Zucht der Klein-Widder vorerst keine große Beachtung fand. Als Rasse wurden die Widderzwerge 1973 in Deutschland anerkannt.
Zwergwidder
Zwei Zwergwidderkaninchen-Weibchen
Die in den Niederlanden etwa gleichzeitig zu den Deutschen Klein-Widdern gezüchteten Zwerwidder sind die kleinste Widderrasse. Das Normalgewicht beträgt 1,4 kg. Zwergwidder sind ähnlich den Farbenzwergen in einer Vielzahl von Farben bekannt. Sie tragen im Gegensatz zu den Farbenzwergen und dem Hermelinkaninchen nicht den Zwergfaktor.

Zwerg-Hamburger, silberlack  
Herkunft: England und Holland, seit 1920 in Deutschland
Zuchtziel:
Lebhaftes Zwerghuhn mit zartem Fleisch und einer Legeleistung von ca. 120 Eiern im Jahr. Bruteiermindestgewicht 35 g. Schalenfarbe der Eier: weiß.
Gesamteindruck:
Feine und anmutige Form sowie reizvolle Kopfpunkte zeichnen dieses Zwerghühnchen aus, das durch seine langauslaufende Steuerfedern, b.z.w. Sicheln, als schlang und beweglich in Erscheinung tritt. Die Lackzeichnung bei Silber mit schönen schwarzen, käfergrünglänzenden Tupfen, ist im wahrsten Sinne des Wortes schön zu nennen.
Hahn:
Der Rumpf ist sehr schlank, walzenförmig und nach hinten abfallend. Der Rücken ist lang, mit breitem, reichbehangenen Sattelbehang. Der Schwanz wird flach getragen, ist groß und voll mit langen, gut abgebogenen, breiten Sicheln und Nebensicheln, die abgerundet, nicht spitz, enden. Steuerfedern durch Sicheln verdeckt. Der Kopf ist klein und zierlich, das Gesicht feinhäutig und rot. Der Kamm, als Rosenkamm, gerade aufsitzend, vorn mäßgig breit, hinten schmaler mit regelmäßiger verteilten, kleinen tropfenartigen Perlen, in einen runden, langen Dorn waagerecht auslaufend. Die Ohrscheiben sind weiß, möglichst groß, rund und glatt anliegend. Läufe schieferblau, mittellang und zierlich.
Henne:
Rücken fast waagerecht, lange, fasanenhafte Form mit gut ausgebildetem Legebauch. Feine Hennen zeigen leicht gekrümmte Sichelbildung in den Schwanzdeckfedern. Kamm und Ohrscheiben entsprechend kleiner als beim Hahn.

Herkunft:
Holland. Seit Anfang dieses Jahrhunderts wesentlich verfeinert.
Gesamteindruck:
Kleiner, runder, kurzer, breiter, wohlproportionierter Zwergkröpfer von zutraulichem Wesen mit mehr in die Breit als in die Höhe geblasenem Kropf und vollkommen abgerundetem Körper, sowohl von vorne als von der Seite gesehen, graziös in den Bewegungen, wobei Schwanz und Flügel waagerecht, noch besser ein wenig angehoben getragen werden.

Herkunft:
Eine der ältesten Taubenrassen; aus Indien im 16. Jahrhundert nach Europa und um 1650 nach Deutschland eingeführt.
Gesamteindruck:
In Paradestellung steht bzw. läuft die Taube auf den Zehenspitzen. Der Kopf liegt bedingt durch den nach hinten gebogenen Hals auf dem Vorderkissen auf. Körper allseits gerundet, Stand breit und tief. Die Brust wird soweit wie möglich anghoben, die schmalen Flügel fest geschlossen und die Schwingen unter den tiefsten seitlichen Schwanzfedern getragen. Schwanz (Fächer) leicht konkav, also so breit und flach wie möglich, aufrecht getragen, d.h. von der Seite gesehen fast senkrecht, gut geschlossen und straff.
Rassemerkmale:
Kopf:
Klein, fein, zart gerundet, glatt.
Augen:
Dunkel bei Weisen und denjenigen, bei denen die weiße Farbe am Kopf vorherrschend ist, perlfarbig oder orange bei den anderen, jedoch wird perlfarbig angestrebt. Rand schmal und möglichst unauffällig, je nach Gefiederfarbe hell bis dunkel.
Schnabel:
Mittellang, schlank, hell bei Weißen, Roten, Gelben, Schildigen und Farbschwänzen, schwarz bei Schwarzen, Indigo-Dunkelgehämmerten und Andalusierfarbigen, dunkel bei Blaufarbigen, Kite, hornfarbig bei Dun, Silbernen, Vielfarbigen und De Roy. Warzen klein, glatt.
Hals:
Schlank, leicht und graziös gebogen. Die Länge des Halses soll der Länge des Rückens entsprechen, so daß der Kopf dicht auf dem Vorderkissen aufliegt und nicht durch den Schwanz (Fächer) gesteckt wird.
Rumpf:
Klein bis mittelgroß, kurz und rund, Brust- und Bauchpartie bilden eine ununterbrochene Linie. Angestrebt wird eine von allen Seiten betrachtet abgerundete Gesamterscheinung. Rücken in der Mitte etwas hohl.
Brust:
Breit, voll, gut gerundet, stark angehoben.
Kissen:
Voll und straff, so hoch wie möglich die Schwanzfedern hinten und vorne bedeckend. Das vordere Kissen dient als Ruhepunkt für den Kopf. Je ausgeprägter, breiter und dichter es ist, desto besser. Das hintere Kissen, aus den Keilfedern gebildet, breit dicht und straff.
Flügel:
Schmal, geschlossen, eng anliegend. Die Schwingenenden reichen von der Seite gesehen nur wenig hinter das Schwanzende. Der Flügelbug wird von den Brustfedern eingehüllt. Vorläufig sind mehr als 10 Handschwingen gestattet.
Schwanz (Fächer):
Zur Körpergröße passend, weder zu klein noch überverhältnismäßig groß, etwas konkav, kreisrund, auf beiden Seiten leicht den Boden berührend, sehr dicht und straff, aus langen breiten Federn bestehend, jede Feder die andere überdeckend. Die Anzahl der Federn ist nicht maßgebend für die Qualität des Schwanzes (Fächers). Federfahnen gut geschlossen. Etwas Frisur gestattet.
Beine:
Unbefiedert, kurz, kräftig, breit gestellt, weit vorne aus dem Rumpf kommend. Unterschenkel werden fast vollständig vom Bauchgefieder verdeckt und gehen ohne Absatz in die Brustrundung über.
Gefieder:
Straff und dicht.
Farbenschläge:
Weiß, Schwarz, silber, Dun, Rot, Gelb, Milky, aschfahl, Blau mit schwarzen Binden, Blau ohne Binden, Blaufahl, Rotfahl, Gelbfahl, Blaugehämmert, Blaufahl-gehämmert, Andalusierfarbig, Indigo-dunkelgehämmert, Viefarbig, Kite, Golddun, Agate rot, Agate gelb, De roy, blauschimmel, Blaufahl-schimmel, Spiegelschwanz rot, Spiegelschwanz gelb, Schwarzschildig, Rotschildig, Gelbschildig, Blau mit scharzen Binden schildig, Blau ohne Binden schildig, Blaugehämmert schildig, Rotfahl schildig, Gelbfahl schildig, Schwarzschwänzig, Rotschwänzig, Gelbschwänzig, Blauschwänzig, Weißschwanz schwarz, Weißschwanz rot, Weißschwanz gelb, Weißschwanz blau mit schwarzen Binden, Weißsschwanz blaugehämmert, Schwarzgetigert, Blaugetigert, Gelbgetigert, Schwarzgescheckt, Blaugescheckt.
Farbe und Zeichnung:
Alle Farben satt und glänzend. Weiße reinweiß, silberweiß glänzend, Silber gleichmäßig zart silbergrau ohne Binden und ohne Rost. Dun sind gleichmäßig gräulichbraun. Bei blauer Grundfarbe erscheinen Milky am Körpergefieder, Flügel und Schwanz (Fächer) wie mit feinem Puder überzogen, Binden möglichst dunkel. Vielfarbige haben auf creme- bis mandelfarbigem Grund möglichst gleichmäßig verteilt Sprenkel und Federn in verschiedenen Farben. Handschwingen und Schwanz sind cremefarbig bis weißlich mit blauen und schwarzen Sprenkeln bzw. Längsstreifen. Die Zeichnung wird mit dem alter dunkler. Täubinnen sind stets schwächer gezeichnet als Täuber. Die Farbe Kite ist Schwarzdunkel mit mehr oder weniger starkem Bronzeglanz in Hals und Brust sowie Bronzeeinlagerungen in Schwingen und Schwanz. Bei Golddun ist die Farbe aufgehellt mit gelblichem Anflug auf der Brust, der sich bis an das Bauchgefieder fortsetzt. Die Schwingen- und Fächerfedern sind an den Schäften gelblich angelaufen. Die Agate sind einfarbig, bzw. mit mehr oder weniger Weiß durchsetzt ohne festgesetzte Zeichnung. Die Handschwingen und Fächerfedern werden farbig verlangt; die Federschäfte sind weiß angelaufen. Bei der Farbe De Roy ist die Grundfarbe orangegelb, mit z. T. mahagonifarbenen Spritzern oder Flecken, gelegentlich mit etwas mehr oder weniger weiß durchsetzt. Schwingen- und Fächerfedern sind meist heller gefärbt. Aschfahle sind hellfahl ohne jegliche dunklere Abzeichen mit Ausnahme von Roteinlagerungen im Halsgefieder. Andalusierfarbige haben schwarzblaue Kopf- und Halsfarbe, Brust- und Bauchgefieder sowie Schwanz nur etwas heller, dunkelblaues Flügelschild möglichst mit schwarzer Säumung, dunkel auslaufende Schwingen, sehr wenig und unauffällige Rosteinlagerungen gestattet. Indigo-Dunkelgehämmerte haben bronzefarbiges Kopf-, Hals-, Brust- und Flügelschildgefieder; Schwingen, Schwanz und Kissen sind bläulich. Die Schimmel (Grizzle) haben mehr oder weniger weiße Einlagerungen in der Grundfarbe und schwarze bzw. dunkle Binden. Alle Binden rein und durchgehend. Schildige haben 6-12 weiße Schwingen, Spiegelschwänze haben auf jeder Schwanzfeder einen breiten, weißen Spiegelfleck, die bei glattem Schwanz (Fächer) aneinander gereiht auf farbigem Grund ein weißes Band bilden. Farbenschwänze mit möglichst farbigem und Weißschwänze mit möglichst weißem Vorder- und Hinterkissen. Getigerte und Gescheckte mit möglichst gleichmäßig verteilter Zeichnung, Getigerte müssen farbige Handschwingen und Schwanzfedern haben.
Grobe Fehler:
Mangelhafter Typ, zu grober Körper, nicht genügende Körperrundung, zu langer oder zu kurzer Rücken, stark sichtbarer Flügelbug, Spaltbrust, durch den Schwanz (Fächer) gesteckter Kopf, zu weit hinten angesetzter Beineinbau, zu hoher Stand, zu kurze Läufe (Stummelbeine), zu lange Schwingen, trichterförmiger Schwanz (Fächer), Schirmschwanz, schief getragener, zu kleiner oder lückenhafter Schwanz (Fächer), schmale oder weiche Schwanzfeder, Stoppeln an den Füßen, sehr magelhafte Farbe und Zeichnung.
Bewertung:
Gesamteindruck – Haltung – Stand – Schwanz (Fächer) und Kissen – Federqualität – Brust – Hals – Kopf – Farbe und Zeichnung
Ringgröße: 8