Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Während sie beim Menschen vor allem wegen Tropenkrankheiten wie Dengue- oder Chikungunya-Viren gefürchtet ist, liegt die Relevanz für die Kleintierzucht (insbesondere Rassegeflügel, Kaninchen und andere Kleinsäuger) in drei wesentlichen Bereichen:
1. Das Krankheitsrisiko für die Tiere
Die Tigermücke ist eine extrem aggressive, tagaktive Stechmücke (im Gegensatz zu unseren heimischen Mücken, die meist erst in der Dämmerung aktiv werden). Sie ist eine potenzielle Vektor-Art, das heißt, sie kann Krankheitserreger rasant von Tier zu Tier übertragen.
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Für Geflügel (Hühner, Zwerghühner, Wachteln): Stechmücken allgemein, und die Tigermücke im Speziellen, sind Hauptüberträger von Geflügelpocken (Avipoxvirus). Ein Befall im Bestand kann über Mückenstiche im Sommer rasch weitergegeben werden. Zudem ist die Tigermücke ein potenzieller Überträger des West-Nil-Virus, das vor allem für bestimmte Vogelarten gefährlich ist.
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Für Kaninchen: Mücken sind die primären Überträger von Myxomatose. Auch wenn die Tigermücke nicht der einzige Überträger ist, erhöht ihre Ausbreitung und extreme Stechbereitschaft am Tag den Infektionsdruck in den Außenvolieren und Ställen erheblich.
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Für Kleinsäuger & Hunde: Die Tigermücke überträgt gefährliche Fadenwürmer, insbesondere den Herzwurm(Dirofilaria immitis) und den Hautwurm.
2. Die Zuchtanlage als unbeabsichtigte „Brutstätte“
Der zweite, fast noch wichtigere Punkt betrifft das Verhalten der Mücke bei der Eiablage. Die Tigermücke ist ein sogenannter Container-Brüter. Sie braucht keine großen Teiche, sondern nutzt winzige, künstliche Wasseransammlungen. Typische Gefahrenquellen auf Zuchtanlagen sind:
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Nicht abgedeckte Regentonnen.
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Vogeltränken, Geflügeltränken und Wasserschalen, bei denen das Wasser nicht täglich gewechselt wird.
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Unbenutzte Futternäpfe, Untersetzer von Pflanztöpfen oder kleine Pfützen auf Planen, in denen sich Regenwasser sammelt.
Da die Tigermücke einen sehr kleinen Flugradius hat (oft nur wenige Dutzend bis 100 Meter um ihren Schlüpfort), züchtet man sich die Plagegeister bei mangelnder Vorsorge direkt am Stall heran.
3. Was Kleintierzüchter tun können (und sollten)
Um die eigenen Bestände zu schützen, helfen gezielte Maßnahmen:
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Wassermanagement: Tränken im Außenbereich alle 2–3 Tage komplett leeren, heiß auswaschen (um eventuell haftende Eier am Rand zu zerstören) und neu befüllen.
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Regentonnen sichern: Regentonnen absolut mückendicht mit feinen Netzen (Maschenweite unter 1 mm) verschließen.
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Biologische Bekämpfung: Offene Wasserstellen, die man nicht entleeren kann, mit Bti-Tabletten (Bacillus thuringiensis israelensis) behandeln. Dieses biologische Mittel tötet Mückenlarven absolut zuverlässig ab, ist aber für Geflügel, Kaninchen, Bienen und andere Tiere völlig ungiftig.
