Lokalschau 2008

Neuwirtshäuser Kleintierzüchter haben zur Lokalschau 2008  geladen.

Für die jungen Besucher im Sportheim Neuwirtshaus war die Lokalschau der Kleintierzüchter am 1. und 2. November fast wie ein Streichelzoo. Für alle anderen stand fest: So eine Prämierung ist eine ernste Angelegenheit.
„Ui, sind die süß“: Für den jungen Besucher waren natürlich die Hasen und Kaninchen die Attraktion zwischen all den Enten, Hühnern und Tauben: „Dalmatiner-Rexe“ saßen da in den Käfigen, mit ihrem Kurzhaarfell wie Samt. Daneben die „Zwergwidder“ mit ihren Hängeohren und die „Holländer“ mit ihrem halb weißen, halb dunkelgrauen Fell. Für den Laien waren sie alle niedlich und auf ihre Art perfekt. Nicht so jedoch für die Preisrichter und die Züchter. Sie streben bei ihrem Hobby nach dem Ideal. „Natürlich gibt es das perfekte Tier nicht“, weis der Vorsitzende der Kleintierzüchter Neuwirtshaus, Michael Müller, der sowohl Hasen und Kaninchen als auch Geflügel zur Lokalschau ins Sportheim mitgebracht hatte.

Was bei der Prämierung gut abschneidet, also wie das ideale Tier sein soll, das legt aber der Verband mit den Zuchtzielen genau fest: Der schwarze Aalstrich auf dem Hasenrücken muss durchgängig sein, das Gewicht der Nager in einem relativ eng gefassten Bereich liegen, und die Tupfen dürfen nicht zu groß und nicht zu klein sein. Bei den „Zwergwiddern“ darf der Kopf schmaler sein, die übrigen Zwergkaninchen sollen einen möglichst runden Kopf und kurze Ohren aufweisen. Von den Tauben wird eine majestätische Haltung erwartet und von den Haubenhühnern eine ausgeprägte Federhaube. Im Sommer hatten die Züchter hoffnungsvolle Anwärter bei der Jungtierschau präsentiert, jetzt ließen sie die erwachsenen Tiere begutachten und prämieren.

Michael Müller lebt in Erdmannhausen, ist aber Mitglied im Neuwirtshäuser Verein, seit er sechs Jahre alt ist – „also im Prinzip mein ganzes Hasenleben lang“. Er weis von der Entstehung der Neuwirtshaus-Siedlung zu berichten: „Wer damals einziehen wollte, musste nachweisen, dass er Tiere hielt – man wollte das Fleisch“. Heute werde es zunehmend schwierig, Tiere in den Gärten zu halten, weil sich die Nachbarn gestört fühlen, beklagt er.

Für die Züchter hängt von der Bewertung ihrer Tiere ab, ob sie mit lobender Nennung, Preisgeld oder gar mit einem Pokal nach Hause gehen. Für die Tiere entscheidet ihr Abschneiden, ob sie im kommenden Winter und Frühjahr für die weitere Zucht eingesetzt werden. Für so manchen gescheiterten Kandidaten endet der Weg aber im Kochtopf. Mit ein bisschen Glück werden zumindest die Kaninchen als „Spielhasen“ verkauft, wie Müller es nennt. Und den neuen Besitzern ist dann in der Regel ganz egal, ob die Tupfen am rechten Fleck sind.